RATGEBER FÜR ELTERN · 02.11.2026 · Maurice, Gründer von Lernt!

Textaufgaben lösen in vier Schritten

Rechnen kann dein Kind eigentlich – aber sobald die Aufgabe in einem Text steckt, geht nichts mehr? Textaufgaben verlangen zwei Dinge auf einmal: lesen und rechnen. Ein fester Ablauf in vier Schritten hilft.

Schritt 1: Lesen und verstehen

Erst lesen, noch nicht rechnen. Viele Kinder schnappen sich die erste Zahl und legen los. Besser: einmal ganz lesen und fragen: Was will die Aufgabe von mir wissen? Ein guter Test ist, die Geschichte ohne Zahlen nachzuerzählen: „Mia hat Murmeln und verschenkt welche.“ Klappt das, ist sie verstanden.

Schritt 2: Markieren und malen

Die Frage wird farbig markiert, die wichtigen Zahlen auch. Was nicht gebraucht wird, darf durchgestrichen werden – manche Zahlen lenken nur ab.

Beispiel: Mia hat zwölf Murmeln. Sie ist acht Jahre alt. Sie schenkt Ben fünf Murmeln. Wie viele hat sie jetzt? Die Acht wird nicht gebraucht. Eine kleine Skizze mit zwölf Kreisen, von denen fünf durchgestrichen werden, macht die Aufgabe sichtbar.

Schritt 3: Rechnen

Vor dem Rechnen hilft eine einzige Frage: Wird es mehr oder weniger? Bei Mia wird es weniger, also minus: 12 − 5 = 7. Danach kurz prüfen, ob das Ergebnis überhaupt sein kann. Bei größeren Zahlen hilft Überschlagen.

Schritt 4: Der Antwortsatz

Die Rechnung ist fertig, die Aufgabe noch nicht. Der Antwortsatz greift die Frage wieder auf: „Mia hat jetzt sieben Murmeln.“ Dabei merkt dein Kind noch einmal, ob das Ergebnis zur Frage passt.

So übt ihr zu Hause

Lieber eine oder zwei Aufgaben ganz genau als zehn am Stück. Und dreht den Spieß um: Dein Kind erfindet eine Textaufgabe für dich – mit Ben, Mo, Juna oder wem auch immer. Wer Aufgaben selbst baut, versteht, wie sie funktionieren.

Typische Stolperfallen

Signalwörter können in die Irre führen. „Mehr“ in einer Aufgabe heißt nicht automatisch plus. „Ben hat drei Murmeln mehr als Mia“ kann je nach Frage auch eine Minusaufgabe bedeuten. Deshalb ist der erste Schritt – die Geschichte verstehen – so wichtig.

Auch mehrere Rechenschritte überfordern schnell. Dann hilft es, Zwischenfragen aufzuschreiben: Was muss ich zuerst wissen? Was danach? Jede Zwischenfrage bekommt ihre eigene kleine Rechnung.

Und Einheiten nicht vergessen: Geht es um Euro, Minuten oder Meter? Im Antwortsatz gehört die Einheit immer dazu.

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