Konzentration üben – fünf kleine Spiele für Kinder
Dein Kind sitzt am Schreibtisch und schaut aus dem Fenster, spielt mit dem Radiergummi und fragt zum dritten Mal, ob es etwas trinken darf? Konzentration lässt sich üben – mit kleinen Spielen, die Spaß machen.
Vorweg: Jedes Kind ist anders
Wie lange ein Kind bei der Sache bleibt, ist sehr unterschiedlich. Eine feste Minutenzahl für alle gibt es nicht. Achte lieber darauf, wann dein Kind zappelig wird – genau dort setzen die Übungen an.
1. Ich sehe was – mit Dreh
Statt Farben sucht ihr Formen und Anfangsbuchstaben: „Ich sehe was, das ist rund und fängt mit T an.“ Dein Kind muss genau hinschauen und mehrere Hinweise im Kopf behalten. Ideal für Wartezimmer und Autofahrt.
2. Klatsch-Muster
Du klatschst ein kurzes Muster vor – lang, kurz, kurz –, dein Kind klatscht nach. Dann wird das Muster länger. Das trainiert Zuhören und Merken. Danach wird getauscht.
3. Was fehlt?
Fünf Gegenstände liegen auf dem Tisch. Dein Kind schaut sie sich an und dreht sich um, du nimmst einen weg. Was fehlt? Wird es zu leicht, nehmt mehr Gegenstände oder vertauscht nur die Reihenfolge.
4. Lauschen
Alle schließen die Augen und sind still. Wer hört die meisten Geräusche – Uhr, Auto, Kühlschrank? Diese Übung beruhigt und ist ein guter Start in die Hausaufgaben.
5. Bewegung als Pause
Konzentration braucht Pausen, und die besten sind in Bewegung: zehn Hampelmänner, ein Lied lang tanzen, einmal die Treppe rauf und runter. Wichtig: Die Pause kommt, bevor dein Kind komplett abschaltet.
Was im Alltag hilft
Ein aufgeräumter Tisch, das Handy in einem anderen Raum und Aufgaben in kleinen Portionen. Ein Haken hinter jeder erledigten Aufgabe zeigt: Ich komme voran. Und wenn du währenddessen selbst etwas Ruhiges machst, ist das ein starkes Vorbild.
Konzentration und Schlaf, Essen, Bildschirm
Konzentration hängt nicht nur vom Üben ab. Ausgeschlafene Kinder, die etwas gegessen und getrunken haben, können sich leichter auf eine Aufgabe einlassen. Direkt nach langer Bildschirmzeit fällt der Wechsel an den Schreibtisch oft schwer – eine kurze Bewegungspause dazwischen hilft.
Und: Konzentrationsprobleme an einzelnen Tagen sind normal. Wenn sie dauerhaft und sehr stark sind, lohnt sich ein Gespräch mit der Lehrkraft oder der Kinderärztin bzw. dem Kinderarzt.